Erkenntnistheorie für Musiker

musikproduktion, politik und gesellschaft

Ich habe in meiner Eigenschaft als Musikproduzent viel mit Künstlern zu tun gehabt, die von dem Willen getrieben sind, ein Vorbild zu erreichen.
Daran ist nichts Ungewöhnliches und schon gar nicht Verwerfliches. Unsere Vorbilder inspirieren und motivieren uns, sie können uns Wege zeigen, die wir alleine nicht entdeckt hätten und obendrein geben sie uns eine gemeinsame Sprache – einen Horizont an Kontexten und Assoziationen, die uns und unser Publikum verbinden.
Gerade im Bereich der Popmusik halte ich es für Quatsch, den Begriff des Plagiats als Vorwurf herumzuschleudern. Popmusik ist ein Plagiat per se, sie will und soll es auch sein.

Einen Haken sehe ich an der Sache allerdings:
Es ist eine Binsenweisheit der Erkenntnistheorie, dass die Wirklichkeit mit Sicherheit vielfältiger ist als das, was wir von ihr wahrnehmen. So ist es natürlich auch mit, sagen wir, Bob Dylan. Oder Slayer. Oder Kraftwerk. Wenn ich nun das, was ich von Kraftwerk…

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