Kommentar zu Matussek

[[Hier etwas ausgefeilter, aber sicher auch nicht perfekt. Im Kommentar auf der Seite da ( http://www.welt.de/debatte/kommentare/article124792188/Ich-bin-wohl-homophob-Und-das-ist-auch-gut-so.html ) bin ich dooferweise erst mal auf den Pantoffeltierchen-Blödsinn eingestiegen, was Unsinn ist. EDIT: Hat sich erledigt, Kommentare wurden geschlossen und meiner nich freigeschaltet.]]

„Ich lasse mir meine Gedankenfreiheit nicht nehmen“ — Herr Matussek, weder Ihnen sonst irgendwem wird der Mund verboten. Die Tatsache, dass möglicherweise lautstark kritisiert wird, was sie sagen, besonders wenn es selten dämliches Zeug ist, hat nichts mit dem Entzug von Gedanken- oder Redefreiheit zu tun. Kritik ist das Gegenteil von Zensur. Sollten Sie bei dem was Sie so machen eigentlich wissen.
Anscheinend hindert sie das aber nicht daran, das billige „das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ aus der Mottenkiste rhetorischer Tricks hervorzukramen und als ein Argument dafür zu präsentieren, dass das, was man da „noch sagen darf“, auch sofort Hand und Fuß hat.

Dass es Homosexualität in der Natur beileibe nicht nur im Bereich der Pantoffeltierchen sondern auch und vor allem bei Säugetieren und Primaten gibt – geschenkt, denn es bedarf keiner unsinnigen Vergleiche mit dem Tierreich, um menschliches Handeln zu beurteilen, weil der ganze blöde Anspruch auf ‚Natürlichkeit‘ schon ein frei erfundener wie falscher ist. Wenn es Ihnen gelingen sollte, ’natürlich‘ zu definieren als ‚etwas laufen lassen wie es läuft‘ (was ja sehr akzeptierend wäre gegenüber allem Leben), und dafür nicht Ihre offensichtliche Vorstellung von ’natürlich‘ (nämlich: gottgewollt bzw. so wie ich das will‘) heranzögen, wäre einiges für Ihren Horizont gewonnen.

Und dass jemand, der alles homosexuelle ‚verbindlich‘ abzuwerten versucht (also über die Frage, ob das was für die eigene Person wäre, hinausgehend), ein deutliches politisches Interesse hat, dieses möglichst einzuschränken (was mittels Pathologisierungen am besten geht, weil dann geht das noch über die schön christlich-mitfühlende Schiene), liegt auf der Hand.
Am Ende noch ein hübscher Zirkelschluss: Dass ‚die homosexuelle Liebe defizitär weil kinderlos bleibt‘, hat zur Vorbedingung, dass die aufzuziehenden Kinder die selbst gezeugten / geborenen sein müssen (und dass Kinder überhaupt Bedingung für die ‚wahre‘ Liebe sind) Dass bedeutet dann wiederum, dass es homosexuellen Menschen verboten bleiben muss, Kinder großzuziehen, denn wo kämen wir da hin wenn alle Beziehungen die nicht in ihr Ideal passen auf diesem Wege gar doch weniger ‚defizitär‘ würden!

Sie merken es hoffentlich irgendwann selbst, Herr Matussek – ihre Argumentationen entspringen keiner zwingenden Logik, keinem ’neutral‘ beurteiltem Sachverhalt. Es ist ihr eindeutiges *Interesse*, homosexuelles Leben abzuwerten. Ihre offensichtlich ‚ironische‘ Form der Selbstbezichtigung offenbart so tatsächlich alles, was über ihre Haltung diesbezüglich zu wissen ist.

[[Edit: Noch bißchen rumgerückt und gelöscht.]]

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