Das Ende der ‚Spätis‘, Foodsharing und Privatverkauf

[Achtung, Disclaimer: Arg stream of consciousness-lastiger Blogpost. Nix strukturiertes oder gar durchdachtes.]

Ich und meine groooße Klappe!

Heute ging nun die Nachricht, dass in Berlin die sogenannten „Spätis“ sonntags nicht mehr verkaufen dürfen (bzw. dass der Versuch, die Sonntagsverkäufe zu legalisieren, eingestellt wird): http://www.berliner-zeitung.de/berlin/berliner-ladenoeffnungsgesetz-sonntags-bleibt-der-spaeti-geschlossen,10809148,17226218.html

Auf Twitter gab es (in meiner bescheidenen kleinen Timeline) entsprechend frustriertes Klagen, und ich als Nichtberliner Bonner, der den Komfort von Sonntagsläden ja gar nicht kennt (und entsprechend auch nicht vermissen wird) nahm mir heraus, ein paar vage Tweets zu Lebensmittelprivatverkaufsnetzwerken und ÜberflüssigeLebensMittelWegWerfVermeidungsNetzwerken abzulassen.

Der @plomplomplom las das und forderte mich auf, ich möge mir doch da ein paar konkretere Gedanken machen, worin ich zähneknirschend einwilligte. Glücklicherweise twitterte etwas später auch noch Katja Dathe von den Berliner Piraten:

Also schein ich wohl nicht der einzige mit diesen Ideen zu sein, welche ich hier mal kurz umreißen möchte.

Im Grunde sind es zwei voneinander vllt. eher unabhängig zu sehende Ideen, spontanem Hunger zu begegnen ohne auf Öffnungszeiten angewiesen zu sein, zumindest würde ich es so betrachten. Der mir eigentlich vielversprechendere Ansatz wäre das oben kurz per Tweet beschriebene „omnomnetz“, welches überflüssiges Essen schnell und direkt verteilen kann, statt es einzufrieren oder gar wegzuwerfen. Aber wie ich durch kurzes Googeln gerade sehe, gibt es ein Projekt namens foodsharing.de, welches das bereits hervorragend in Angriff nimmt, wie ich glaube! Meine Spende folgt umgehend.

Die andere, davon m.E. losgelöst zu betrachtende Idee, welche mehr in Richtung des Vorschlages von Katja geht, wäre eben eine stark lokalisierte und nach Vereinsprinzip funktionierendes Verkaufsnetzwerk von Lebensmittelwaren. Wie das genau funktionieren kann – da bin ich selbst gerade am Grübeln.
In Bonn gibt es ja z.B. den Partynotdienst alcoman.de, der auch bis zwei Uhr nachts allerlei zu Futtern ranbringt, wenn alle Läden (in Bonn) bereits zu haben, aber auch das hängt dann wieder von einem einzelnen Menschen ab, der bereit ist, sich für andere in den Verkehr zu schlagen. Privater Wohnungsverkauf? Auch dafür müsste man jemanden wachklingeln bzw. müsste der jeweilige Privatverkäufer der jeweiligen App melden, ob er grad ansprechbar ist oder nicht.
Bliebe höchstens noch eine Art Vereinshaus, in das Mitglieder jederzeit Zutritt haben, mit einer Kasse des Vertrauens. Nur: wer kauft im großen Stil ein, schafft es dann an einen bestimmten Ort, nur um dann später mal bei Bedarf was rüberholen zu können? Da wird das ganze dann schon wieder etwas absurd, in meiner Vorstellung – jedenfalls dann, wenn der Verein allein diesen Zweck haben soll.

Naja, das mir eigentlich auch wesentlich wichtiger erscheinende Anliegen „omnomnetz“ ist jedenfalls mit foodsharing.de bereits am Start, und ich selbst brauch ja wie gesagt Spätis nicht unbedingt. Falls ihr das anders seht – macht euch halt selber Gedanken, ihr verwöhnten Hauptstadtkinder. 😉

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Eine Antwort zu Das Ende der ‚Spätis‘, Foodsharing und Privatverkauf

  1. kadda schreibt:

    hahaha
    ja – wir sind sehr sehr verwöhnt.
    es ist einfach ein stück berliner kultur, das sterben wird. und das ist wirklich schade.
    rein praktisch gesehen ist es egal: man kann sich umgewöhnen und alternativen finden – tolle idee btw. und noch toller, dass sie schon „lebt“ 🙂
    aber darum geht es nicht, nein: es hat etwas kulturelles – spirituelles beinahe. und das wird man einfach so – *schluchz* – wegnehmen. ich gehöre zu denen, die das auch spontan ttraurig macht. ich kann es nur atm schwer auf twitter ausdrücken. es ist ein bisschen wie die schließung der bar25 – das leben geht natürlich weiter, es gibt natürlich alternativen. aber es fehlt ein stückchen kleiner kultur.

    ganz liebe Grüße
    von Kadda

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