Bündnisse mit Antisemitinnen? – selbstverständlich nicht.

susanna14

Ich bin am Wochenende über Twitter in Diskussionen über Feminismus und Antisemitismus und über mögliche Bündnisse geraten. Ich habe sie irgendwann abgebrochen, weil ich noch spazieren gehen wollte, und als ich zurückkehrte, waren alle mit den Wahlergebnissen beschäftigt. Als ich gestern nach Hause kam, fand ich 23 notifications auf Twitter und stellte fest, dass die Diskussionen fortgesetzt worden waren. Ich finde immer noch neue Tweets und muss mich zurückhalten, nicht jeden einzelnen Tweet zu verlinken. Aus diesem Grund blogge ich auch verhältnismäßig schnell, so dass LeserInnen die Chance haben, nachzulesen, was auf Twitter diskutiert wurde. Am einfachsten ist es wohl, die Accounts der einzelnen ProtagonistInnen aufzurufen und auf „Tweets and Replies“ zu klicken.

Vielleicht gleich vorab: Es tut mir ein wenig leid, dass Antje Schrupp mit einem ihrer Tweets ins Zentrum der Kritik geraten ist. Der Tweet war an mich gerichtet; ich musste erst einmal nachlesen, was ich selbst geantwortet…

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Die Kluge-Kinder-Kopierpaste (mit @henscheck)

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Von @henscheck und @thegurkenkaiser

Das Form „Kluge Kinder“ ist eine Fundgrube für Ehrgeizige-Eltern-Trash (irgendwie natürlich traurig, klar) und eignet sich hervorragend als Quelle für Kopierpasten. Genug der Einleitung. Hier das Original:

„Sie hat mit 3 Jahren Judo angefangen, dass wollte sie dann nicht mehr. Dann kam Kinderturnen. Das war auch schnell uninteressant. Dann vor einem halben Jahr Flöte spielen. Aber sie will nicht üben. Eigentlich ist Üben überhaupt nicht ihr Ding! Und so klappt es dann logischerweise auch nicht mit dem Flöte spielen und dann wollte es sie nicht mehr.
Wenn ich das mit anderen Kindern in ihrer Klasse vergleiche, steigt mir fast die Schamesröte ins Gesicht. Die anderen Kids haben Hobbies, gehen in einen Verein, spielen Fussball oder ein Instrument und sind eigentlich ständig auf Achse.

Meine Tochter interessiert sich nur für ihre Rollenspiele, will Detektiv spielen und draussen rumtollen… Sie ist noch sehr verspielt für ihr Alter…

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Lob der Superpapas

Dr. Mutti

Seit Anfang der Woche wird in der Presse (zum Beispiel im SPIEGEL, in der WELT und dem FOCUS) den sozialen Medien (etwa hier und hier oder unter #offensivevaterschaft) über ein Elternteil eines scharlachkranken Kindes berichtet und debattiert. Nanu, könnte man sich fragen, was hat diese Person denn Außergewöhnliches gemacht? Eigentlich nichts, wäre die Antwort – lediglich drei Tage zu Hause geblieben, um das Kind zu pflegen – bis nach drei Tagen das andere Elternteil wieder übernimmt. Tatsächlich kaum der Rede wert, aber immerhin handelt es sich um Sigmar Gabriel, SPD-Chef, Vizekanzler, Bundeswirtschaftsminister und VATER, da wird so etwas schnell zu einer Meldung.

Ein Mann übernimmt also zumindest einen Teil seiner väterlichen Pflichten, so weit, so schön. Was aber viele – vor allem Mütter – aufregt, ist erstens, dass das tatsächlich eine Meldung ist und dass Sigmar Gabriel für so eine Selbstverständlichkeit auch noch Lob bekommt. Wäre Sigmar Gabriel…

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Den Leuten geht’s zu gut? Dann geh doch zum Arbeitgeberverband!

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Gestern Abend war ich bei einem Vortrag über linke und ihre Theorien, da sagt so ein Typ – in einem linksradikalen Kontext! – „den leuten gehts zu gut!“ (1). bin immer noch auf 180. Das ist kein Einzelfall. Ich nenn sie mal „Antikonsumlinke“. Wenn man der Meinung ist, die Mehrheit der Leute hat zu viel Geld zum verkonsumieren übrig, dann sollte man eher auf die Veranstaltungen der Arbeitgeberverbände schauen. Die sind für Lohnsenkungen immer leicht zu begeistern und nicht nur das, die haben auch Methoden dieses Ziel durchzusetzen.

Es ist aber kein speziell linkes Phänomen. Die Aufforderung zum Konsumverzicht – an Lohnabhängige wohlgemerkt – findet man überall. Ein Freund der eine Gewerkschaftsschulung macht berichtet mir, man erzählt den Leuten von der immer größer werdenden Ungleichverteilung des Reichtums. Leute nicken betroffen. Das finden sie schlimm. (Zurecht!). 3 Minuten später lamentieren die selben Leute wie schlimm das ist, dass alle das neueste…

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Flüchtlingskrise: Was zu tun wäre

Der Lindwurm

Das Elend nimmt seinen Lauf. Deutschland macht die Grenzen dicht, der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland wurde eingestellt, Ungarn stellt seinen Menschenabwehrzaun fertig, auf der griechischen Insel Kos wurde das Flüchtlingslager zugesperrt und die Menschen in die Obdachlosigkeit entlassen, kurz: der Traum ist aus. Der Traum von Reisefreiheit und dem Ende der Grenzregime, den viele in den vergangenen Wochen träumten, ist vorbei. Wenn nun nicht ein radikales Umdenken eintritt, rutscht Europa in barbarische Zustände ab.

Deutschland hat vielen tausenden Flüchtlingen erst Hoffnung gemacht, nur um diese Hoffnungen dann wieder zu enttäuschen. Ab sofort führt Deutschland wieder Grenzkontrollen durch und niemand darf ohne die nötigen Papiere einreisen. Flüchtlinge haben solche Papiere nicht, denn sie bräuchten laut dem Dublin III Abkommen einen positiven deutschen Asylbescheid – um den sie aber nirgendwo anders als in Deutschland ansuchen können. Wir sind wieder beim alten Catch 22: „Dir steht das Recht zu, bei uns um…

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Anmerkungen zum gerade rebloggten Text von Endolex:

susanna14

Ich möchte aber noch ein paar Anmerkungen machen, und zwar vor allem erst einmal den Kommentar der Regierung mit verlinken:

Bundesregierung| Übergriffe in Heidenau: Bundesregierung verurteilt Gewalt

(Das Blog von Hajo Funke ist überhaupt sehr lesenswert, allerdings enthält es so viele Texte, dass man gar nicht alle lesen kann.

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Warum brennende Flüchtlingsheime keine ‚Schande für Deutschland‘ sind

So charmant die Vorstellung sein mag, bei den gegen Flüchtlinge hetzenden Bürgern handele es sich vor allem um intellektuell und moralisch minderbemittelte Menschen, bei denen sämtliche demokratischen Integrationsversuche gescheitert seien: Diese Auffassung teile ich nicht. Sie ist ja nicht einmal ein ernsthafter Erklärungsversuch, sondern bloße Kapitulation vor dem scheinbar Unbegreiflichen, gepaart mit dem verständlichen Wunsch, sich selbst geistig soweit wie möglich von ‚diesen Leuten‘ zu distanzieren.

‚Diese Leute‘ sind aber kein unbeabsichtigter ‚Ausschuss‘ einer ansonsten ach so menschenfreundlichen Gesellschaft. Sie sind die vorhersehbare Folge einer Weltordnung, die auf wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Nationalstaaten und Unternehmen aufbaut, dabei zwangsläufig auf Verlierernationen (und VerliererInnen innerhalb von Nationen) angewiesen ist, und, wenn es dann hart auf hart kommt,  den Beteiligten in diesem Spiel souveränes und rücksichtsloses Handeln verordnet.

Also ist es in ganz grundlegender Weise doch diese gegenwärtige Demokratie, welche per Nationalstaatsräson die Unterscheidung zwischen Ausländern und Staatsbürgern ins Recht setzt und mit Gewalt absichert. Die Leute, die dann Heime anzünden, sehen sich als  freiwillige Helfer für etwas, was der Staat im Grundsatz bereits vorschreibt, nur aus ihrer Sicht wegen zu vieler „Gutmenschen“ nicht bis in die letzte Konsequenz durchführen kann. Das sind keine „ewiggestrigen Idioten“. Es ist die nationale Erfolgsidee, gründlich zuende gedacht und hochaktuell. Wer hier urteilt, das alles sei eine „Schande für Deutschland“, der hat noch nicht begriffen was dieses Deutschland, was jeder Nationalstaat eigentlich soll und gerne sein will, daheim und in der ganzen Welt.

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