Den Leuten geht’s zu gut? Dann geh doch zum Arbeitgeberverband!

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Gestern Abend war ich bei einem Vortrag über linke und ihre Theorien, da sagt so ein Typ – in einem linksradikalen Kontext! – “den leuten gehts zu gut!” (1). bin immer noch auf 180. Das ist kein Einzelfall. Ich nenn sie mal „Antikonsumlinke“. Wenn man der Meinung ist, die Mehrheit der Leute hat zu viel Geld zum verkonsumieren übrig, dann sollte man eher auf die Veranstaltungen der Arbeitgeberverbände schauen. Die sind für Lohnsenkungen immer leicht zu begeistern und nicht nur das, die haben auch Methoden dieses Ziel durchzusetzen.

Es ist aber kein speziell linkes Phänomen. Die Aufforderung zum Konsumverzicht – an Lohnabhängige wohlgemerkt – findet man überall. Ein Freund der eine Gewerkschaftsschulung macht berichtet mir, man erzählt den Leuten von der immer größer werdenden Ungleichverteilung des Reichtums. Leute nicken betroffen. Das finden sie schlimm. (Zurecht!). 3 Minuten später lamentieren die selben Leute wie schlimm das ist, dass alle das neueste…

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Flüchtlingskrise: Was zu tun wäre

Der Lindwurm

Das Elend nimmt seinen Lauf. Deutschland macht die Grenzen dicht, der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland wurde eingestellt, Ungarn stellt seinen Menschenabwehrzaun fertig, auf der griechischen Insel Kos wurde das Flüchtlingslager zugesperrt und die Menschen in die Obdachlosigkeit entlassen, kurz: der Traum ist aus. Der Traum von Reisefreiheit und dem Ende der Grenzregime, den viele in den vergangenen Wochen träumten, ist vorbei. Wenn nun nicht ein radikales Umdenken eintritt, rutscht Europa in barbarische Zustände ab.

Deutschland hat vielen tausenden Flüchtlingen erst Hoffnung gemacht, nur um diese Hoffnungen dann wieder zu enttäuschen. Ab sofort führt Deutschland wieder Grenzkontrollen durch und niemand darf ohne die nötigen Papiere einreisen. Flüchtlinge haben solche Papiere nicht, denn sie bräuchten laut dem Dublin III Abkommen einen positiven deutschen Asylbescheid – um den sie aber nirgendwo anders als in Deutschland ansuchen können. Wir sind wieder beim alten Catch 22: „Dir steht das Recht zu, bei uns um…

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Anmerkungen zum gerade rebloggten Text von Endolex:

susanna14

Ich möchte aber noch ein paar Anmerkungen machen, und zwar vor allem erst einmal den Kommentar der Regierung mit verlinken:

Bundesregierung| Übergriffe in Heidenau: Bundesregierung verurteilt Gewalt

(Das Blog von Hajo Funke ist überhaupt sehr lesenswert, allerdings enthält es so viele Texte, dass man gar nicht alle lesen kann.

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Warum brennende Flüchtlingsheime keine ‘Schande für Deutschland’ sind

So charmant die Vorstellung sein mag, bei den gegen Flüchtlinge hetzenden Bürgern handele es sich vor allem um intellektuell und moralisch minderbemittelte Menschen, bei denen sämtliche demokratischen Integrationsversuche gescheitert seien: Diese Auffassung teile ich nicht. Sie ist ja nicht einmal ein ernsthafter Erklärungsversuch, sondern bloße Kapitulation vor dem scheinbar Unbegreiflichen, gepaart mit dem verständlichen Wunsch, sich selbst geistig soweit wie möglich von ‘diesen Leuten’ zu distanzieren.

‘Diese Leute’ sind aber kein unbeabsichtigter ‘Ausschuss’ einer ansonsten ach so menschenfreundlichen Gesellschaft. Sie sind die vorhersehbare Folge einer Weltordnung, die auf wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Nationalstaaten und Unternehmen aufbaut, dabei zwangsläufig auf Verlierernationen (und VerliererInnen innerhalb von Nationen) angewiesen ist, und, wenn es dann hart auf hart kommt,  den Beteiligten in diesem Spiel souveränes und rücksichtsloses Handeln verordnet.

Also ist es in ganz grundlegender Weise doch diese gegenwärtige Demokratie, welche per Nationalstaatsräson die Unterscheidung zwischen Ausländern und Staatsbürgern ins Recht setzt und mit Gewalt absichert. Die Leute, die dann Heime anzünden, sehen sich als  freiwillige Helfer für etwas, was der Staat im Grundsatz bereits vorschreibt, nur aus ihrer Sicht wegen zu vieler “Gutmenschen” nicht bis in die letzte Konsequenz durchführen kann. Das sind keine “ewiggestrigen Idioten”. Es ist die nationale Erfolgsidee, gründlich zuende gedacht und hochaktuell. Wer hier urteilt, das alles sei eine “Schande für Deutschland”, der hat noch nicht begriffen was dieses Deutschland, was jeder Nationalstaat eigentlich soll und gerne sein will, daheim und in der ganzen Welt.

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Fluchten ~ irgendwie jüdisch

susanna14

Wieder ein Text, den ich gerne mit euch teilen möchte:

Fluchten ~ irgendwie jüdisch.

Im ersten Teil wird die Antwort auf die oft gestellte Frage gegeben, warum die Juden nicht “einfach” geflohen seien. Die Antwort ist: es war nicht einfach. Der Artikel erklärt warum.

Im zweiten Teil geht es um die Asyldebatte.

Noch ein paar Ergänzungen zum ersten Teil: Selbstverständlich sind Juden und Jüdinnen aus Deutschland geflohen. Es war aber eben nicht einfach, und nicht alle hatten die Möglichkeit, die Schwierigkeiten zu überwinden. Je länger man gewartet hat, desto schwieriger wurde es. Nach Kriegsbeginn wurde es natürlich noch komplizierter, und vor allem wurden viele Juden und Jüdinnen, die ins europäische Ausland geflohen waren, nun von den Deutschen eingeholt. Ein berühmtes Beispiel ist Hannah Arendt. Ein weiteres berühmtes Beispiel sind Anne Frank und ihre Familie.

Eine systematische Untersuchung habe ich nicht gelesen, aber immer wieder, wenn ich etwas über das…

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Nicht vor 70, sondern vor 75 Jahren,

susanna14

und auch nicht vor genau 75 Jahren, sondern vor 75 Jahren und ein paar Monaten wurde eine Stadt innerhalb ziemlich kurzer Zeit (Viertelstunde) fast völlig zerstört. Angesichts der Drohung, dass noch weitere Städte zerstört werden könnten, kapitulierte die Regierung des betreffenden Landes.

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Die richtigen Argumente finden

susanna14

Über meine Twitter-Timeline ist heute ein Tweet von Elquee bei mir gelandet: Reem, die wegen Merkel weinte, möchte, dass Israel von der Landkarte verschwindet. Zum Tweet gehörte auch ein Link zu einem Artikel aus der WELT: Reem und wie sie die Welt sieht.

Damit es keine Missverständnisse gibt, möchte ich ein paar Punkte gleich von Anfang an klarstellen: Ich möchte, dass Reem in Deutschland bleiben darf: Weil es ihr hier besser geht als im Libanon und weil sie hier etwas lernen und ihre Ansichten ändern kann. Und selbstverständlich bin ich der Ansicht, dass der Staat Israel bestehen bleiben soll. Aber ich glaube, dass es nicht viel bringt, wenn einem palästinensischen Mädchen gegenüber mit dem Holocaust und mit der besonderen deutschen Beziehung zu Israel argumentiert wird, und dass es bessere Argumente gibt.

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