Grenzen auf für alle und „Importierter Antisemitismus“

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Das Argument mit dem man Linke manchmal für „Grenzen dicht!“ begeistern will geht so: Da kommen Leute die, aus welchen Gründen auch immer, antisemitische,  sexistische, usw. Einstellungen haben und das ist für Linke der Hauptfeind, also sollten Linke dafür sein dass diese Leute nicht einwandern!“ – Manchmal sagen Linke auch selber sowas.

Der erste Teil der Behauptung „Hauptfeind Sexismus, Antisemitismus usw.“ ist wahr. Die Folgerung die selbstverständlich daraus abgeleitet wird „sollen nicht einwandern“ ist aber falsch. Denn das folgt einer nationalistischen Logik. Aber: wenn Sie nicht nach Europa einwandern können ist deren Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw. ja nicht weg. Nur woanders. Damit ist aber nichts bekämpft. Es ist nur unsolidarisch gegenüber Jüdinnen, Frauen, LGBTI usw. woanders. Genauso die Abschiebung von Vergewaltigern: Dann vergewaltigen Sie möglicherweise woanders weiter. Warum ist das gut? Rassismus ist auch dann nicht akzeptabel gegen Leute, die man verabscheut. Es bringt ja auch nichts. Es fügt einer…

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Habe ich eigentlich Angst vor der Zukunft?

musikproduktion, politik und gesellschaft

Das wäre ja durchaus begründbar.

Vielerorts häufen sich Anzeichen dafür, dass totalitäre, nationalistische und menschenfeindliche Haltungen im Trend sind. In den USA, in Russland, in China sowie mehreren osteuropäischen Staaten und der Türkei sind Einzelpersonen und Gruppen an Macht und Einfluss gelangt und zementieren diese mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Das tun sie, indem sie Nationalismus und Hass auf verschiedene Minderheiten schüren und gehen dabei strategisch so viel geschickter und skrupelloser vor als jene, die sich gegen sie stellen, dass es aussichtslos scheint.

Da fehlt aber was.

Es sieht, wenn man der Angst folgt, so aus, als läge die Wurzel des Problems in den totalitären, nationalistischen und menschenfeindlichen Haltungen der aufstrebenden Gruppen und dem damit verbundenen Populismus, der die Diskussionskultur ganzer Gesellschaften vergiftet. Das führt zu so absurden Argumenten wie dem, dass es ein Fehler sei, Ausländern überhaupt Zutritt zum deutschen Gemeinwesen zu gewähren, weil man damit…

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rape culture? me too

100% Zustimmung

musikproduktion, politik und gesellschaft

Eigentlich wollte ich gar nichts zu dem Thema schreiben, dachte, läuft ja.

Nun ist einige Zeit vergangen, viele Frauen haben ihren ganz persönlichen Bezug zu dem Thema öffentlich gemacht, wenige Männer sind dem Aufruf gefolgt, doch auch mal was zu schreiben. Was zunächst nachvollziehbar scheint. Was soll ein Mann schon dazu schreiben? Ja, ich bekenne mich schuldig? Ja, sexuelle Übergriffe sind scheiße? Ja, ich bin auch schon mal sexuell belästigt worden? Hätte alles irgendwie eine Berechtigung. Klingt alles ein bisschen scheinheilig.

Ich empfand es als einen großen Vorteil des #metoo-Hashtag, dass er so groß angelegt war. Das verbindet eine große Menge Menschen in ihrer persönlichen Erfahrung, was wichtig ist, weil es eben ein großes Thema ist. Macht es aber auch schwierig, eine Position zu finden, sobald es nicht um die eigene Betroffenheit geht. Die ist meist eine Sache der Frauen, Männer stehen stumm und dumm herum und fühlen sich unwohl…

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so alt, so voller Hass

musikproduktion, politik und gesellschaft

Nein, ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Leute Autos anderer Leute anzünden und sich dabei in einem politischen Kampf wähnen. Meinetwegen soll man auch versuchen, diese Leute zu finden und sie angemessen bestrafen, wenn man sie gefunden hat. Das wäre nur gerecht, schließlich macht man das mit anderen Randalierern auch.

Aber das ist nicht der Punkt.

Seit der G20 über die Bühne gebracht wurde, arbeitet die Hamburger Polizei, die Bild-Zeitung, Wutbürger aus den dunklen Tiefen der Republik und wer immer sich berufen fühlt, daran, ein Bild linker Terroristen zu erfinden und zu verbreiten.
Da machen dann Couchpotatoes in der ganzen Republik ihr eigenes Fantasy-Kopfkino auf und halluzinieren Bilder von Massen linker Chaoten, die alle eingesperrt gehören, weil sie „den schwarzen Block“ ja nicht daran gehindert haben, Straftaten zu begehen. Keiner von denen war wohl jemals auf einer Demo. Die Vorstellung, dass Teilnehmer sich allein schon schuldig gemacht hätten…

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Wollen Rechte mit Dir reden?

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Zum Thema „mit Rechten Reden“ eine kleine Erfahrung in einem Facebook-Thread:

Rechter: „Beruf?“
Ich: „Warum?“
R: „BERUF?!?!“
I: „Geringfügig + Mindestsicherung“
R: „Mit Leuten die ich durchfüttern muss red ich nicht.“

Da gibt es ein neues Buch das durch die Kanäle der bürgerlichen Medien gejagt wird, als stünde was Richtiges drin. „Mit rechten reden“ heißt es und soll aber keine Aufforderung sein aber irgendwie doch aber nicht so richtig. Ich empfehle die Rezension von Leo Fischer in ND dazu. Ich hab nur ein paar kleine Anmerkungen:

Scheint als würde dieses Buch alles beinhalten was an der akademischen Welt so nervt: das verhüllen des eigenen Standpunkts in irgendwelches umständliches Theorievokabular zum Beispiel. Oder permanente Selbstbeweihräucherung inklusive Autoritäts“argument“ („ich als Philosoph…“). und dieser Standpunkt heißt: stumpfe Mitte. Und vor allem: Die linken sind schuld. Weil: Dass die Rechten überhaupt in einen Diskurs eintreten wollen wird vorausgesetzt. Und wenn sie es nicht wollen?…

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Die Idee klingt schön:

musikproduktion, politik und gesellschaft

Sie lautet, dass durch die Digitalisierung der Arbeitswelt und die Entwicklung von staatsunabhängigen Währungen eine neue, gerechtere Welt entstehe.

Die Wirtschaft werde einerseits dem Menschen dienen, weil weniger menschliche Arbeitskraft nötig ist und andererseits werde die Mitbestimmung jedes Einzelnen dadurch gestärkt, dass alles, was zwischen Produzenten und Konsumenten steht, überflüssig wird. Das werde die Macht der Monopole schwächen und insbesondere die des Staates, der dann weniger Möglichkeiten hat, Handel und Wirtschaft zu kontrollieren.

Nun, wie das tatsächlich verlaufen könnte und wie es dann real verlaufen wird, lässt sich schwer voraussagen. Es lohnt sich aber sicher, sich die Spieler auf diesem Feld einmal genau anzusehen.

Digitalisierung

Das meint im Wesentlichen die schrittweise Ablösung menschlicher Arbeitsleistung durch Maschinen, die in Zukunft „intelligenter“ werden und so auch komplexe Aufgaben übernehmen können.
Das marktwirtschaftliche System – in dem diese Digitalisierung ja stattfinden wird –  basiert nun vereinfacht dargestellt darauf, dass eine Arbeitskraft nicht nach…

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Wo die großen Egos wachsen

Julia Bähr

Eine Frage treibt mich schon lange um: Wo nehmen Männer eigentlich dieses Selbstbewusstsein her? Klar, es gibt bescheidene, geradezu schüchterne Männer, es gibt einige mit realistischer Selbsteinschätzung – aber es gibt doch auch ziemlich viele, deren Selbstbewusstsein nicht durch Tatsachen gedeckt ist. Männer, die fünf Bücher überflogen haben und denken, man müsste ihnen das Audimax reservieren. Männer, die bestenfalls durchschnittlich aussehen, aber nur ein Model als Freundin akzeptieren würden. Männer, die völlig untrainiert nach einem Burger und vier Bier versuchen, den See zu durchschwimmen. Es ist erstaunlich. Und es ist beneidenswert.

Seit gestern Abend weiß ich, wo es herkommt. Da war ich nämlich in „Wonder Woman“. Diana ist sowas wie eine Multisuperheldin: Amazone, Halbgöttin, Prinzessin. Außerdem ist sie wunderschön (meine Güte, ich könnte mir Gal Gadot jeden Tag anschauen, den ganzen Tag), klug, großherzig, mutig – super halt. Es gibt solche Frauenfiguren nur ganz selten, und noch seltener werden sie…

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