Befindlichkeit zum BigData/Trump-Gedöns

Ich frage mich nach diesem reichlich hämisch geschriebenem „BigDataTrump“/“LolFake!“-Ding jetzt ein wenig, inwieweit es überhaupt möglich ist, jeden Inhalt, der nicht nur von einer einzelnen Seite verbreitet sondern eben auch von den so genannten Vertrauensmedien weitergetragen wird vollständig auf seinen Faktengehalt zu prüfen bevor man den dargestellten Zusammenhängen folgt, und wie vielen Leuten die dafür erforderlichen Methoden und Zeit zugänglich sind. Unsere Gesellschaft basiert nun mal nicht, wie manche es vielleicht gerne hätten, auf der ureigenen Erkenntnisarbeit aller Menschen in ihr, sondern zuvorderst auf mehr oder weniger vertrauensvollen Beziehungen zwischen ihnen. Oder kürzer: Fakten im Weltgeschehen überprüfen ist Arbeit, und wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

In diesem Fall sieht es so aus, dass nun auch wiederum die ‚Vertrauensmedien‘, die diesen Zusammenhang kurz vorher weitergetragen haben, ihn als Fake bezeichnen (ergibt die gleiche Suche). Ich selbst halte mich da mal (weil mir zum sorgfältigen Recherchieren eben Zeit und Methoden fehlen) mit Urteilen zurück, genauso könnte es ja sein dass die Fakemeldungen Fakes sind, gell? Liebe Güte.

Speziell zu dem Thema BigData kann ich nur sagen: Trumps Wahlsieg war (so wird berichtet) sehr, sehr knapp. Eine Menge Faktoren können ein winziges Zünglein an der Wage gebildet haben, und dann stimmt zugleich beides: Keiner dieser Faktoren, z.B. eben Big Data, hatte eine große Auswirkung, aber trotzdem waren sie entscheidend. Klingt widersprüchlich, wäre dann aber eben so.

Und dann, zur allgemeinen Vertrauensfrage gegenüber professioneller Faktencheckerei braut sich in mir eine aberwitzige Verschwörungstheorie zusammen: Was, wenn wir jetzt bald so oft mit ‚lol, Fake‘-Meldungen aus verschiedenster Richtung mürbegemacht werden, bis wir abwinken und uns nicht mehr ernsthaft interessiert, was so vor sich geht, weil ja eh nichts mehr stimmt? Vielleicht zögen sich dann einige (beispielsweise ich) endgültig in Welten zurück, die klar als fiktiv markiert sind – weil sich an der echten Welt mangels Zuverlässigkeit jeglicher Quellen nichts mehr belastbar erklären oder kritisieren lässt. Eigentlich ein charmanter Gedanke – ich bin dann mal weg in meine Privilegienblase, zocken.

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Being needy and disabled after Sagamihara and why independence is a myth

mikamikrokosmonautisch

Being needy and disabled after Sagamihara and why independence is a myth

(#CN_ableist_murder, #CN_eugenics, #CN_graphic_imagination)

The 26th of July left me with a lump in my throat, I hardly wrote about all the thoughts and feelings the ableist killings of disabled at Sagamihara in a care facility evoked in me. I only shared the blogposts of other disabled tweeps, added a few tweets and it was obvious that nondisabled people didn’t care and it is difficult for me to articulate these things knowing this discouraging fact: That even in the social justice/queerfeminist bubble little solidarity with disabled ppl exists.

“We are not like those!” is also a known narrative of feminism. It ends with protesting against being put into the same pathologizing (as feeble/weak/etc) category as some other people who are considered to belong there.

Back to Sagamihara: As I have a vivid imagination and little filter I saw in…

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Kritik des Antiklassismus

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Anmerkung: ich habe erst geschrieben, dass Clara Rosa die Autorin des verlinkten Podcasts ist. Ich glaub da hab ich was nicht richtig verstanden. Sie hat ihn nur empfohlen.)

Heut hab ich mich wirklich geärgert über einen „Antiklassismus“ Podcast (https://cba.fro.at/58490 9:15). Da wurde gesagt dass Uni-Absolvent_innen erfüllende tolle Jobs kriegen und Arbeiter_innen nicht.(1) Als arbeitsloser Akademiker mit Arbeitserfahrung an der Uni kann ich nur sagen: Das ist einfach falsch. Aber da weder persönliche Betroffenheit noch Wut der Argumentation dienen hab ich ein paar Argumente in der Sache. Ich beobachte dieses Antiklassismus-Zeug schon eine Weile im Internet (gibt’s ja nur da) und mach mir immer wieder Gedanken. Kurz: „Antiklassismus“ importiert liberale Ideologien über Klassenverhältnisse in die linke. Die Schwäche des Textes ist natürlich dass ich nicht alle Kritikpunkte an Zitaten belege. Weil zu faul. Geht um den Gesamteindruck.

  1. Zunächst eine sprachliche Bemerkung. Wer von Antiklassismus redet, redet schon mal nicht von…

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Über die bürgerliche Kritik am Aufstieg der „Neuen Rechten“

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Die „Liberal-Konservative“ (Selbstbeschreibung) Publizistin Liane Bednarz nutzt die Kritik an der AfD und anderen rechten Bewegungen als Ideologie für die gute alte liebenswerte Bundesrepublik (das ist die These hier) . Gegen diese Rechten Umtriebe sind wir doch irgendwie alle, klingt jedenfalls ganz sympathisch. Schauen wir uns mal ein paar Zitate an:

„Als 1989 die lang ersehnte Zeitenwende eintrat und die sozialistischen Diktaturen des Ostblocks zusammenbrachen, schien die Zeit autoritärer Regime in Europa endgültig vorbei zu sein. …. Wenige Jahre später wurden Ungarn, Polen und Tschechien Mitglieder der Europäischen Union und prosperierten auch wirtschaftlich.“

Und andere prosperierten so gar nicht. So ist das im kapitalistischen Konkurrenzkampf: es gibt notwendig Verlierer_innen. Auf individueller wie staatlicher Ebene.

„Inzwischen hat die Wertschätzung für liberale Staatsformen in Osteuropa rapide abgenommen.“

Bednarz begründet das nicht aber das darf eine_n nicht wundern. Siehe oben. Stichwort: Verlieren. Die liberale Ideologie sagt den Verlierer_innen ja: „Selber schuld du hattest…

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Bündnisse mit Antisemitinnen? – selbstverständlich nicht.

susanna14

Ich bin am Wochenende über Twitter in Diskussionen über Feminismus und Antisemitismus und über mögliche Bündnisse geraten. Ich habe sie irgendwann abgebrochen, weil ich noch spazieren gehen wollte, und als ich zurückkehrte, waren alle mit den Wahlergebnissen beschäftigt. Als ich gestern nach Hause kam, fand ich 23 notifications auf Twitter und stellte fest, dass die Diskussionen fortgesetzt worden waren. Ich finde immer noch neue Tweets und muss mich zurückhalten, nicht jeden einzelnen Tweet zu verlinken. Aus diesem Grund blogge ich auch verhältnismäßig schnell, so dass LeserInnen die Chance haben, nachzulesen, was auf Twitter diskutiert wurde. Am einfachsten ist es wohl, die Accounts der einzelnen ProtagonistInnen aufzurufen und auf „Tweets and Replies“ zu klicken.

Vielleicht gleich vorab: Es tut mir ein wenig leid, dass Antje Schrupp mit einem ihrer Tweets ins Zentrum der Kritik geraten ist. Der Tweet war an mich gerichtet; ich musste erst einmal nachlesen, was ich selbst geantwortet…

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Die Kluge-Kinder-Kopierpaste (mit @henscheck)

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Von @henscheck und @thegurkenkaiser

Das Form „Kluge Kinder“ ist eine Fundgrube für Ehrgeizige-Eltern-Trash (irgendwie natürlich traurig, klar) und eignet sich hervorragend als Quelle für Kopierpasten. Genug der Einleitung. Hier das Original:

„Sie hat mit 3 Jahren Judo angefangen, dass wollte sie dann nicht mehr. Dann kam Kinderturnen. Das war auch schnell uninteressant. Dann vor einem halben Jahr Flöte spielen. Aber sie will nicht üben. Eigentlich ist Üben überhaupt nicht ihr Ding! Und so klappt es dann logischerweise auch nicht mit dem Flöte spielen und dann wollte es sie nicht mehr.
Wenn ich das mit anderen Kindern in ihrer Klasse vergleiche, steigt mir fast die Schamesröte ins Gesicht. Die anderen Kids haben Hobbies, gehen in einen Verein, spielen Fussball oder ein Instrument und sind eigentlich ständig auf Achse.

Meine Tochter interessiert sich nur für ihre Rollenspiele, will Detektiv spielen und draussen rumtollen… Sie ist noch sehr verspielt für ihr Alter…

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Lob der Superpapas

Dr. Mutti

Seit Anfang der Woche wird in der Presse (zum Beispiel im SPIEGEL, in der WELT und dem FOCUS) den sozialen Medien (etwa hier und hier oder unter #offensivevaterschaft) über ein Elternteil eines scharlachkranken Kindes berichtet und debattiert. Nanu, könnte man sich fragen, was hat diese Person denn Außergewöhnliches gemacht? Eigentlich nichts, wäre die Antwort – lediglich drei Tage zu Hause geblieben, um das Kind zu pflegen – bis nach drei Tagen das andere Elternteil wieder übernimmt. Tatsächlich kaum der Rede wert, aber immerhin handelt es sich um Sigmar Gabriel, SPD-Chef, Vizekanzler, Bundeswirtschaftsminister und VATER, da wird so etwas schnell zu einer Meldung.

Ein Mann übernimmt also zumindest einen Teil seiner väterlichen Pflichten, so weit, so schön. Was aber viele – vor allem Mütter – aufregt, ist erstens, dass das tatsächlich eine Meldung ist und dass Sigmar Gabriel für so eine Selbstverständlichkeit auch noch Lob bekommt. Wäre Sigmar Gabriel…

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