Die Idee klingt schön:

musikproduktion, politik und gesellschaft

Sie lautet, dass durch die Digitalisierung der Arbeitswelt und die Entwicklung von staatsunabhängigen Währungen eine neue, gerechtere Welt entstehe.

Die Wirtschaft werde einerseits dem Menschen dienen, weil weniger menschliche Arbeitskraft nötig ist und andererseits werde die Mitbestimmung jedes Einzelnen dadurch gestärkt, dass alles, was zwischen Produzenten und Konsumenten steht, überflüssig wird. Das werde die Macht der Monopole schwächen und insbesondere die des Staates, der dann weniger Möglichkeiten hat, Handel und Wirtschaft zu kontrollieren.

Nun, wie das tatsächlich verlaufen könnte und wie es dann real verlaufen wird, lässt sich schwer voraussagen. Es lohnt sich aber sicher, sich die Spieler auf diesem Feld einmal genau anzusehen.

Digitalisierung

Das meint im Wesentlichen die schrittweise Ablösung menschlicher Arbeitsleistung durch Maschinen, die in Zukunft „intelligenter“ werden und so auch komplexe Aufgaben übernehmen können.
Das marktwirtschaftliche System – in dem diese Digitalisierung ja stattfinden wird –  basiert nun vereinfacht dargestellt darauf, dass eine Arbeitskraft nicht nach…

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Wo die großen Egos wachsen

Julia Bähr

Eine Frage treibt mich schon lange um: Wo nehmen Männer eigentlich dieses Selbstbewusstsein her? Klar, es gibt bescheidene, geradezu schüchterne Männer, es gibt einige mit realistischer Selbsteinschätzung – aber es gibt doch auch ziemlich viele, deren Selbstbewusstsein nicht durch Tatsachen gedeckt ist. Männer, die fünf Bücher überflogen haben und denken, man müsste ihnen das Audimax reservieren. Männer, die bestenfalls durchschnittlich aussehen, aber nur ein Model als Freundin akzeptieren würden. Männer, die völlig untrainiert nach einem Burger und vier Bier versuchen, den See zu durchschwimmen. Es ist erstaunlich. Und es ist beneidenswert.

Seit gestern Abend weiß ich, wo es herkommt. Da war ich nämlich in „Wonder Woman“. Diana ist sowas wie eine Multisuperheldin: Amazone, Halbgöttin, Prinzessin. Außerdem ist sie wunderschön (meine Güte, ich könnte mir Gal Gadot jeden Tag anschauen, den ganzen Tag), klug, großherzig, mutig – super halt. Es gibt solche Frauenfiguren nur ganz selten, und noch seltener werden sie…

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G20

musikproduktion, politik und gesellschaft

Ich finde, es reicht jetzt mal.

Die verbale Eskalation, die hier im Netz seit Tagen betrieben wird ist weder tragbar noch gerechtfertigt und dient ganz offenbar dem Ziel, die Sachbeschädigung, die in Hamburg geschehen ist, mit menschenfeindlichem und tödlichem Terrorismus gleichzusetzen. Das Wort der „Brandschatzung“ macht die Runde, von „Bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ ist die Rede, man gewinnt den Eindruck, hier sei eine ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt worden.

Freilich ist es verständlich, wenn man aufgrund der reißerischen Bilder, die im Netz kursieren, diesen Eindruck hat. Ich habe – gerade aufgrund dieser Bilder – sogar Verständnis dafür, dass man mir Verharmlosung vorwerfen wird, wenn ich jetzt Folgendes schreibe:

Nein. Es wurde in der Schanze nicht gebrandschatzt. Es gab Feuer auf der Straße, die Plünderung mehrerer Läden und etliche brennende Autos. Das ist je nach Standpunkt des Betrachters sinnlos, schlimm oder verheerend, aber es ist nicht einmal annähernd vergleichbar mit dem…

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Erkenntnistheorie für Musiker

musikproduktion, politik und gesellschaft

Ich habe in meiner Eigenschaft als Musikproduzent viel mit Künstlern zu tun gehabt, die von dem Willen getrieben sind, ein Vorbild zu erreichen.
Daran ist nichts Ungewöhnliches und schon gar nicht Verwerfliches. Unsere Vorbilder inspirieren und motivieren uns, sie können uns Wege zeigen, die wir alleine nicht entdeckt hätten und obendrein geben sie uns eine gemeinsame Sprache – einen Horizont an Kontexten und Assoziationen, die uns und unser Publikum verbinden.
Gerade im Bereich der Popmusik halte ich es für Quatsch, den Begriff des Plagiats als Vorwurf herumzuschleudern. Popmusik ist ein Plagiat per se, sie will und soll es auch sein.

Einen Haken sehe ich an der Sache allerdings:
Es ist eine Binsenweisheit der Erkenntnistheorie, dass die Wirklichkeit mit Sicherheit vielfältiger ist als das, was wir von ihr wahrnehmen. So ist es natürlich auch mit, sagen wir, Bob Dylan. Oder Slayer. Oder Kraftwerk. Wenn ich nun das, was ich von Kraftwerk…

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Was willst du denn aus deinem Leben machen?!?

femtopie

fragt mich eine Freundin, dann noch eine, dann, natürlich, meine Mutti, meine Cousine, meine Tante, meine Oma. Es muss doch irgendwas geben, was dir Spaß macht? Die Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt sagt: Sie müssen dann jetzt auch mal was machen, was Sie die nächsten 35 Jahre durchhalten! 35 Jahre?!? Sie sagt: Sie haben doch mal einen Traum gehabt, deshalb haben Sie doch all diese schönen Sachen studiert. Ich frag mich, in welcher Welt sie eigentlich lebt, und ob sie wohl den Traum hatte, beim Arbeitsamt Leute zu schikanieren und das jetzt die nächsten 35 Jahre machen will? Ich trau mich nur nicht, sie das zu fragen, obwohl mich die Antwort doch sehr interessiert hätte.

Ich sag euch, was ich machen will:

Ich will
heute Ukulele spielen
morgen den ganzen Tag häkeln
übermorgen Gemüse in einen Garten pflanzen
und am nächsten Tag den ganzen Tag schlafen, weil das so anstrengend war

Ich…

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Komponieren und Konstruieren

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Ich habe diesen interessanten Artikel übers Komponieren bei Kunstproduktion gefunden (generell super Blog!).

Ich teile die Ansicht dass „Inspiration“ ein relativ unbrauchbarer Begriff ist weil er nicht gut festzumachen ist. Woher kommen die Ideen? Ich würde sagen: Am ehesten aus dem was man schon kennt, letztlich aus den Bechränkungen die einem_r auferliegen. Was meine ich damit?

In Bezug auf die Musik ist die Grundsätzliche  Beschränkung das westliche Tonsystem und die Rhythmik. Die kann man natürlich auch ausschalten durch freie Rhythmik und microtonalität, mit slidegitarre, bundlosen instrumenten oder nmicht temperierten synthesizer-Controllern usw. Also „experimentelle Musik“. An der Stelle wird es aber nicht interessanter sondern (soziologisch) uninteressanter. Nicht weil experimentelle Musik schlechter wäre, sondern weil jenseits der regulierten Zeichensprache (auch Musik ist so eine) nur die Regel gilt, dass man die bisherigen Regeln nicht anwendet. Das ist damit eigentlich schon ganz gut geklärt.

Kenntnisse über Harmonielehre und Musiktheorie sind nicht nötig, manchmal…

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Thomas De Maiziere will dass Du das richtige denkst

Analysehose aus, Melancholiehose an.

Über de Maizieres „Leitkultur“-Artikel ist viel geredet worden aber eine Sache fällt mir auf, die wurde noch nicht gesagt (glaub ich). TdM  schreibt:

„Unser Land hatte viele Zä­su­ren zu be­wäl­ti­gen. Ei­ni­ge davon waren mit Grund­ent­schei­dun­gen ver­bun­den. Eine der wich­tigs­ten lau­tet: Wir sind Teil des Wes­tens. Kul­tu­rell, geis­tig und po­li­tisch. Die Nato schützt un­se­re Frei­heit. Sie ver­bin­det uns mit den USA, un­se­rem wich­tigs­ten au­ßer­eu­ro­päi­schen Freund und Part­ner.“

Jetzt muss man  verstehen: Wenn man Innenminister ist dann spielt die Nato im Alltag wahrscheinlich eine gewisse Rolle. Allen anderen ist sie aber per se erstmal egal. Warum also soll man sich überhaupt dazu oder dagegen bekennen? Ist doch komisch: Meine Haltung zur Nato oder EU oder anderen supranationalen Machtkonstrukten spielt genau  überhaupt keine Rolle. Ich kann so sehr dagegen sein wie ich will, ich muss deren Faktizität akzeptieren. Umgekehrt existieren solche Konstruktionen nicht deshalb weil irgendwelche Moralist_innen sie für „gut“ halten.

Derzeit kann…

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