Zufall in der Musikproduktion

Ursprünglich veröffentlicht auf Analysehose aus, Melancholiehose an.:

TLDR: Ein langer technischer Artikel über den einsatz von zufalls generatoren in der musikproduktion mit moderner Musiksoftware. Relativ lang und (deshalb) nicht korrekturgelesen, sorry. Dafür mit bildern.

Wenn man über Zufall in der Musik redet, denken viele an sowas experimentelle Musik a la Cage. Eins seiner bekanntesten Projekte, Organ²/ASLSP, besteht aus Orgeltönen die so langsam wie möglich gespielt werden sollen. Die Töne die darin vorkommen wurden per Zufallsgenerator erzeugt. Also nicht unbedingt Musik die man sich im Wohnzimmer oder in der Kneipe anhört. Darum geht’s hier nicht. Man kann mit Zufallsgeneratoren durchaus gefällige, interessante und experimentelle Sachen machen ohne die Pfade der Konvention völlig zu verlassen. Ich will ein paar Beispiele und Techniken beschreiben.

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nicht doch

Ursprünglich veröffentlicht auf can i say no ... ?:

über gebrochene neins.
thematisiert gewalt in diversen formen.

neulich hörte ich einen verstörenden satz.
er verstörte mich nicht, weil er gewalt enthielt. nicht, weil er mich bevormundete, abwertete, zum schweigen bringen wollte. nicht, weil er mir angst machte. das kannte ich. das kenne ich.
er verstörte mich, weil er die abwesenheit all dessen beinhaltete.
der satz lautete:
„warum sollte dein nein mich traurig machen, ich respektiere dich doch.“
von einem typen.
ich stand noch eine ganze weile neben mir, versuchte diese erfahrung zu verarbeiten. vielleicht ist das kaum verstehbar. ich will versuchen, es zu erklären.
es gibt nicht-typen in meinem leben, die mir langsam beibringen, dass meine bedürfnisse okay sind. dass ich sie haben darf und ausdrücken darf. dass sie mich trotzdem mögen. also gewöhnte ich mich daran, dass mit-betroffene von diesem system, das uns das nein austreibt, mich verstehen und mögen. aber dass ein typ mir das sagt, ist…

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Nuances

“Nuance becomes ever more important in an un-nuanced world.”
I completely agree. And yet I maintain that expectations of support can fall flat when there is little thought for how potential supporters will perceive my messages. That, to my understanding, is the essence of politics, of taking other viewpoints and their possible reactions into account, and I believe it matters more in public space than at the dinner table, if I truly care about my goals, and believe in the influence of my satirical attempts (because if I’m doing it just for particularly clever laughs, I won’t care about such things, of course).
Many people say they despise politics and diplomacy. They like to more or less shout their insights at the world and whoever does not immediately becomes enlightened by that gets sooner or later accused of having chosen not to, or having chosen to be offended instead. The temptation to fall into that M.O. is great sometimes, especially when frustration runs high, and I have my fair share every day of giving in to it. But I will hopefully never defend it as a reasonable way of communicating ideas, no matter how good the cause, or how desperate a crisis.

(part of a comment at https://kenanmalik.wordpress.com/2015/01/08/je-suis-charlie-its-a-bit-late/ )

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Vom Glauben an die Rationalität

Ursprünglich veröffentlicht auf communeva - the blog.:

Immer wieder begegnet mir die Idee, Gedanken wären etwas fundamental anderes als Gefühle und außerdem besser / sinnvoller / whatever. Es gibt zum Beispiel diese Vorstellung von den Gefühlen, die das Denken behindern. Von der reinen, kalten Rationalität, die die besseren Entscheidungen trifft. Menschen werden immer wieder aufgefordert, sich zum Beispiel bei professionellen Tätigkeiten nicht von ihren Gefühlen beeinflussen zu lassen. Oder sie entschuldigen sich im Fall einer “Fehlentscheidung” damit, dass ihnen das passiert sei.

Anhänger_innen der Idee von der reinen Rationaliät verachten Emotionalität und besonders auch Spiritualität. Zumindest halten sie diese für untergeordnet. Weil “unlogisch”.

1) Denken und Fühlen gehört zusammen

Das stimmt aber nicht. Gefühle sind nichts fundamental anderes als Gedanken. Sie sind überhaupt nicht voneinander abzugrenzen. Vielleicht sind sie sogar identisch.

Bei dem, was wir mit “Gefühl” oder “Gedanke” bezeichnen, handelt es sich in beiden Fällen um Gehirnaktivität. Gefühle sind nicht im Bauch und Gedanken im Kopf…

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Adventures in therapy

Ursprünglich veröffentlicht auf communeva - the blog.:

Am meisten geholfen hat mir die Sache mit dem inneren Kind.

Ich bin, zum Beispiel auch mit der Ex-Therapeutin, häufig an den Punkt gekommen, dass ich irgendwie verstanden habe, dass mein komisches Verhalten oder die unangenehmen, schlimmen Gefühle irgendwo aus der Vergangenheit kommen. Dass ich mich so verhalte, wie damals, als ich meiner Mutter peinlich war. Als mein Vater versucht hat meinen Willen zu brechen. Als ich mit Dingen noch nicht umgehen konnte und die Erwachsenen mir nicht geholfen haben, sondern entrüstet waren, dass ich ihnen meine toplatschigen Versuche zugemutet habe, irgendwas Sinnvolles aus der Situation zu machen.

Aber das hat mich oft noch schlechter fühlen lassen. Nun weiß ich schon, woher das kommt und dass das heute gar nicht mehr so berechtigt ist, und fühle mich immer noch so ausgeliefert und machtlos wie als kleines Kind. Soll angeblich erwachsen sein und kann überhaupt nicht so handeln. Das Problem nicht…

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Bessere Spiele, echt jetzt!

Über meine TL kam ich zu einem kleinen Text auf heise.de (Lesen nur empfohlen wenn ihr u.a. das übliche Blabla ertragen könnt, warum Anita Sarkeesian Spiele falsch kritisiert und die Sexismus-Debatte überzogen sei), welchen ich zum Anlass nahm, mal in dieser Sache mein bißchen Senf dazuzugeben. Hier also mein Kommentar so wie ich ihn auch im Forum da gepostet hab:

“also ausgerechnet an solchen, die insgesamt das Mittel der Satire
und Überzeichnung nutzen”
— Ach, echt? Ja daaaann..! Wenn es Satire und Überzeichnung ist,
dann ist es ja direkt nicht mehr sexistisch, gell? Ich bin auch total
sicher dass alle, die GTA & Co. spielen, sich im ‘echten Leben’
kritisch und engagiert gegen Sexismus betätigen und genau wissen,
dass Rockstar alles, was sie da so darstellen, in der Realität
höööööchst bedenklich fänden.

“Ihr Herauspicken sexistischer Szenen aus teils komplexen
Zusammenhängen”
— Oooh, komplexe Zusammenhänge! GTA besteht also nicht zu 100% aus
Sexismus? Wow, das ist eine Leistung. Das ändert natürlich alles. Ein
sexistisches Spiel ist also nur eines, welches ausschließlich (!) zum
Inhalt hat, dass eine oder mehrere Frauen geschlagen, verkauft oder
schlimmeres werden. Das ist eine super Sache, weil so können wir
eigentlich jede Kritik bleiben lassen, denn die ganze Welt ist ein
einziger komplexer Zusammenhang, und jede Scheiße, die so
gesellschaftlich passiert, lässt sich nie so recht auf eine einzige
Ursache runterbrechen. Puh, Glück gehabt – diese Aktivist*innen
spinnen doch alle, die bilden sich das alles nur ein.
Dass Anita Sarkeesian in jedem ihrer Videos betont, dass ein Spiel,
welches Sexismus enthält, nicht gleich ein schlechtes Spiel ist, dass
es für sie und für viele andere Menschen kein Widerspruch ist, ein
Spiel zu mögen und gleichzeitig zu kritisieren, all das kann getrost
ignoriert werden – das ist bestimmt auch wieder nur so eine
‘manipulative’ Strategie, um uns zu irritieren!!!

“Beispielsweise sind die meisten Rollenspiele auf weibliche und
männliche Spieler ausgelegt.”
— Potzblitz: Da schaffen es einige AAA+ Entwickler wie Bioware oder
Bethesda (nicht zu vergessen zahlreiche Indie-Schuppen, die kennen ja
auch *alle*!), in so ziemlich dem einzigen Genre, in welchem es per
Definition um eine ‘Spiel-wen-oder-was-du-willst’-Erfahrung geht,
beide Geschlechter angemessen zu berücksichtigen. Damit ist
schlagartig die gesamte Branche immun gegen jede Art von
Sexismusvorwurf! Geniales Argument!

“Es werden zwar durchaus noch Stereotype bedient – allerdings sowohl
auf weiblicher als auch männlicher Seite.” // “Dazu kommt: Eine
Debatte nur über Sexismus in Spielen? Was ist mit Gewalt? Rassismus?”
— Ich werd verrückt: Männer werden *auch* oft stereotypisiert? Und
es gibt auch Rassismus? Und Gewalt? Das macht die Stereotypisierung
von Frauen ja gleich viel weniger problematisch! Ich weiß, manche
Spinner*innen würden jetzt wahrscheinlich sagen: ‘Ja dann lass uns
doch mehr Spiele wünschen oder machen, in denen es mehr Vielfalt
sowohl für männliche als auch weibliche oder weder-noch-Figuren gibt,
in der Hautfarbe keine Festlegung auf eine Rolle bedeutet und in
denen Gewalt mal kein oder zumindest nicht das einzige Mittel ist” —
aber das wäre wieder so krass politisch korrekte Unterdrückung, weil
um sich mal wieder richtig austoben zu können (dieses Bedürfnis
dürfen entsprechend bei aller Toleranz natürlich auch nur oftmals
weiße, heterosexuelle Männer zwischen 12 und 49 haben!) braucht es
eben doch mitunter einfachste Bilder in all den ‘tiefschichtigen’
Handlunggsträngen, das ist wohl nachvollziehbar!

Aber das dickste, grundlegendste Argument von allen wurde von Martin
Fischer gar nicht genannt, das finde ich ein wenig schade. Es ist
nämlich zweifelsfrei so: Die Spielewelt ist klein, viel zu klein. Es
gibt zu wenig Spiele. Alle, welche sich mit den paar Spielen, die es
so gibt, beschäftigen sind gezwungen, alles von allen darüber zu
lesen, und sich dazu zu positionieren. Und das allerschlimmste: Wenn
diese schlimme Feminist*innen zu viel Gehör bekommen, dann gibt es am
Ende tatsächlich ein paar Spiele mit mehr Vielfalt, und die *müssen*
dann alle spielen, weil es gibt ja dann nichts anderes mehr! Die
guten alten unkritisch sexistischen Games traut sich dann auch keiner
mehr zu machen, weil sie die bösen Videos von Anita Sarkeesian
fürchten (diese Videos kommen nämlich mit eingebautem
Zensurgesetzhammer, Anita Sarkeesian braucht nur der geheimen
feministischen Weltregierung einen Wink zu geben und schwups sind
alle eure Lieblingsspiele futsch!!) Das wäre der Untergang der
gesamten Branche. Dann spielen alle nur noch Tetris (aber mit lila
Blöcken). Das kann keiner wollen, also, um Himmels willen, liebe
Leute, lasst das nicht zu. Rettet euer Hobby, eure Leidenschaft vor
diesem unbarmherzigen Kreuzzug und vergesst diese Zeiten nicht, in
denen ihr brutalste Unterdrückung fürchten musstet von ein paar
Menschen, die meinten, ein Spiel sei wie jedes andere Medium in
seinen Inhalten und Aussagen kritisierbar.

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Kommentar zu Matussek

[[Hier etwas ausgefeilter, aber sicher auch nicht perfekt. Im Kommentar auf der Seite da ( http://www.welt.de/debatte/kommentare/article124792188/Ich-bin-wohl-homophob-Und-das-ist-auch-gut-so.html ) bin ich dooferweise erst mal auf den Pantoffeltierchen-Blödsinn eingestiegen, was Unsinn ist. EDIT: Hat sich erledigt, Kommentare wurden geschlossen und meiner nich freigeschaltet.]]

“Ich lasse mir meine Gedankenfreiheit nicht nehmen” — Herr Matussek, weder Ihnen sonst irgendwem wird der Mund verboten. Die Tatsache, dass möglicherweise lautstark kritisiert wird, was sie sagen, besonders wenn es selten dämliches Zeug ist, hat nichts mit dem Entzug von Gedanken- oder Redefreiheit zu tun. Kritik ist das Gegenteil von Zensur. Sollten Sie bei dem was Sie so machen eigentlich wissen.
Anscheinend hindert sie das aber nicht daran, das billige “das wird man doch wohl noch sagen dürfen” aus der Mottenkiste rhetorischer Tricks hervorzukramen und als ein Argument dafür zu präsentieren, dass das, was man da “noch sagen darf”, auch sofort Hand und Fuß hat.

Dass es Homosexualität in der Natur beileibe nicht nur im Bereich der Pantoffeltierchen sondern auch und vor allem bei Säugetieren und Primaten gibt – geschenkt, denn es bedarf keiner unsinnigen Vergleiche mit dem Tierreich, um menschliches Handeln zu beurteilen, weil der ganze blöde Anspruch auf ‘Natürlichkeit’ schon ein frei erfundener wie falscher ist. Wenn es Ihnen gelingen sollte, ‘natürlich’ zu definieren als ‘etwas laufen lassen wie es läuft’ (was ja sehr akzeptierend wäre gegenüber allem Leben), und dafür nicht Ihre offensichtliche Vorstellung von ‘natürlich’ (nämlich: gottgewollt bzw. so wie ich das will’) heranzögen, wäre einiges für Ihren Horizont gewonnen.

Und dass jemand, der alles homosexuelle ‘verbindlich’ abzuwerten versucht (also über die Frage, ob das was für die eigene Person wäre, hinausgehend), ein deutliches politisches Interesse hat, dieses möglichst einzuschränken (was mittels Pathologisierungen am besten geht, weil dann geht das noch über die schön christlich-mitfühlende Schiene), liegt auf der Hand.
Am Ende noch ein hübscher Zirkelschluss: Dass ‘die homosexuelle Liebe defizitär weil kinderlos bleibt’, hat zur Vorbedingung, dass die aufzuziehenden Kinder die selbst gezeugten / geborenen sein müssen (und dass Kinder überhaupt Bedingung für die ‘wahre’ Liebe sind) Dass bedeutet dann wiederum, dass es homosexuellen Menschen verboten bleiben muss, Kinder großzuziehen, denn wo kämen wir da hin wenn alle Beziehungen die nicht in ihr Ideal passen auf diesem Wege gar doch weniger ‘defizitär’ würden!

Sie merken es hoffentlich irgendwann selbst, Herr Matussek – ihre Argumentationen entspringen keiner zwingenden Logik, keinem ‘neutral’ beurteiltem Sachverhalt. Es ist ihr eindeutiges *Interesse*, homosexuelles Leben abzuwerten. Ihre offensichtlich ‘ironische’ Form der Selbstbezichtigung offenbart so tatsächlich alles, was über ihre Haltung diesbezüglich zu wissen ist.

[[Edit: Noch bißchen rumgerückt und gelöscht.]]

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